Wenn der Tee zum Aufreger wird
Tee und Koffein: Ein aufgewecktes Verhältnis
Tee und Koffein: Ein aufgewecktes Verhältnis
Ihr habt euch sicher schon gefragt, warum ihr nach einer gemütlichen Tasse Tee manchmal so munter seid wie ein Eichhörnchen nach dem Winterschlaf. Die Antwort liegt in einer Substanz, die euren Geist belebt — dem Koffein im Tee, historisch auch als „Teein“ bezeichnet.
Teein oder Koffein? Ein Name, zwei Tassen
Zuerst eine kleine Überraschung für alle, die dachten, Teein und Koffein seien verschiedene Substanzen: Es handelt sich chemisch um genau dasselbe Molekül! „Teein“ war früher einfach der Name für das Koffein, das in Teeblättern steckt. Ein bisschen so, als würde man Wasser im Meer „Meerflüssigkeit“ und im Fluss „Flussflüssigkeit“ nennen — dabei bleibt es immer H₂O.
Manche behaupten zwar, dass das Koffein im Tee anders wirkt als das im Kaffee, aber wissenschaftlich ist das nicht eindeutig belegt. Was allerdings stimmt: Die Begleitstoffe im Tee können die Wirkung des Koffeins modulieren. Besonders L-Theanin, eine Aminosäure, die fast ausschließlich in Teeblättern vorkommt, sorgt für ein sanfteres Muntermacher-Erlebnis und verhindert das berüchtigte „Koffein-Zittern“.
Wusstet ihr schon? L-Theanin kann die Alphawellen im Gehirn stimulieren, was zu einem Zustand entspannter Aufmerksamkeit führt – perfekt für einen produktiven aber stressfreien Tag!
Tee-Sorten und ihr Koffein-Gehalt — eine kleine Hierarchie
Wenn es um den Koffeingehalt geht, sind nicht alle Tees gleich geschaffen:
- Schwarzer Tee: Der Muntermacher-Champion mit etwa 40-70 mg Koffein pro Tasse
- Oolong-Tee: Der goldene Mittelweg mit 30-50 mg Koffein
- Grüner Tee: Der gemäßigte Aufwecker mit 20-45 mg Koffein
- Weißer Tee: Der sanfte Begleiter mit 15-30 mg Koffein
- Gelber Tee: Der seltene Schatz mit ähnlichem Koffeingehalt wie weißer Tee
- Kräutertee: Der koffeinfreie Entspannungspartner (sofern keine koffeinhaltigen Zutaten wie Mate enthalten sind)
Zum Vergleich: Eine Tasse Kaffee enthält durchschnittlich 80-120 mg Koffein.
Warum variiert der Koffeingehalt?
Der Koffeingehalt in eurem Tee hängt von verschiedenen Faktoren ab — ein bisschen wie bei einem guten Krimi, wo viele Elemente zusammenspielen:
- Anbaugebiet: Tee aus Höhenlagen (wie Darjeeling) enthält oft mehr Koffein — die Pflanzen produzieren es als Schutz gegen den Stress in der Höhe
- Erntezeit: Junge, zarte Blätter und Knospen enthalten mehr Koffein als ältere
- Blattteil: Die Spitze des Teeblatts enthält mehr Koffein als der Stängel
- Verarbeitung: Schwarztee (vollständig oxidiert) enthält tendenziell mehr Koffein als grüner Tee (unoxidiert)
- Zubereitungsart: Längeres Ziehen und heißeres Wasser lösen mehr Koffein
Weniger Koffein, volles Aroma — so geht’s
Für alle, die den Geschmack lieben, aber nachts schlafen möchten:
- Verwendet kühleres Wasser (70-80°C für grünen Tee, 85°C für Oolong)
- Verkürzt die Ziehzeit um 1-2 Minuten
- Probiert die Mehrfachaufguss-Methode: Gießt den ersten kurzen Aufguss (30 Sekunden) weg – er enthält bereits 50-80% des Koffeins
- Wählt qualitativ hochwertige Teeblätter, die oft mehr Geschmack bei weniger Koffein bieten
- Mischt koffeinhaltige mit koffeinfreien Sorten für ein ausgewogenes Aroma bei reduziertem Koffeingehalt
Der Tee-Tagesrhythmus
Eine kleine Idee für euren Tee-Alltag:
- Morgens: Ein kräftiger Assam oder Earl Grey zum Wachwerden
- Mittags: Ein ausgewogener Oolong für den sanften Energieschub
- Nachmittags: Ein leichter Grüntee für klare Gedanken
- Abends: Koffeinfreie Kräuter- oder Früchtetees zum Entspannen
Denkt daran: Der Koffeingehalt ist kein Qualitätsmerkmal, sondern lediglich eine Eigenschaft des Tees. Ein niedriger Koffeingehalt bedeutet nicht, dass der Tee minderwertiger ist — genauso wie ein hoher Koffeingehalt nicht automatisch besseren Geschmack garantiert.
Also, genießt eure Tasse Tee in vollen Zügen — jetzt wisst ihr, warum ihr danach vielleicht etwas munterer durch den Tag tanzt!
Möchtet ihr mehr über die faszinierende Welt des Koffeins im Tee erfahren? Besucht unsere ausführliche Informationsseite zum Thema Koffein im Tee, wo wir tiefer in die Biochemie eintauchen und euch zeigen, wie ihr euren Teegenuss perfekt auf eure Bedürfnisse abstimmen könnt.
Koffeinfreier Tee: Genuss ohne Muntermacher
Für alle Teeliebhaber, die abends noch eine wohltuende Tasse genießen möchten, ohne danach wie eine Eule wach zu bleiben, gibt es eine elegante Lösung: entkoffeinierten Tee. Aber wie wird eigentlich dem Tee sein Koffein ausgetrieben? Und bleibt dabei der Geschmack auf der Strecke?
Kurz erklärt: Entkoffeinierter Tee ist nicht komplett koffeinfrei – er enthält nur noch etwa 2-5% des ursprünglichen Koffeingehalts. Das reicht für die meisten Menschen aus, um ruhig schlafen zu können.
Die Kunst der Entkoffeinierung
Um dem Tee sein Koffein zu entziehen, kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz:
- CO₂-Verfahren: Der Klassiker unter den Methoden, bei dem Kohlendioxid unter Druck das Koffein löst, während die Aromastoffe weitgehend erhalten bleiben. Ein schonendes und umweltfreundliches Verfahren.
- Ethylacetat-Verfahren: Hierbei wird das Koffein mit einer natürlich vorkommenden Fruchtessenz gelöst. Manchmal als „natürlich entkoffeiniert“ bezeichnet.
- Schweizer Wasserverfahren: Die Teeblätter werden in heißem Wasser eingeweicht, das Koffein wird gefiltert, und die Teeblätter werden im nun koffeinfreien, aber aromareichen Wasser wieder getränkt.
Geschmack – die große Frage
Früher hatte entkoffeinierter Tee oft einen faden Beigeschmack – das ist heute zum Glück anders. Moderne Verfahren erhalten erstaunlich viel vom ursprünglichen Aroma. Dennoch gilt: Je aufwändiger das Entkoffeinierungsverfahren, desto mehr bleibt vom ursprünglichen Geschmacksprofil erhalten.
Geschmacksexperten bemerken manchmal eine leicht veränderte Nuance – weniger Tiefe und Komplexität. Für den gemütlichen Abendgenuss ist das aber meist ein kleiner Preis für eine ruhige Nacht.
Welche Teesorten gibt es entkoffeiniert?
Besonders häufig findet ihr:
- Entkoffeinierten Schwarztee (besonders beliebte Sorten wie Earl Grey und English Breakfast)
- Entkoffeinierten Grüntee (vor allem Sencha und Jasmin)
- Vereinzelt entkoffeinierten Oolong
Weißer Tee wird seltener entkoffeiniert angeboten, da er von Natur aus weniger Koffein enthält und der Prozess die zarten Aromen stärker beeinträchtigen würde.
Alternativen ohne Koffein
Natürlich gibt es auch von Natur aus koffeinfreie Alternativen:
- Rooibos: Der südafrikanische „Rotbusch“ ist koffeinfrei und bietet ein mildes, leicht süßliches Aroma.
- Kräutertees: Von Pfefferminze über Kamille bis hin zu Ingwer – die Vielfalt ist grenzenlos.
- Früchtetees: Fruchtige Genüsse ohne Koffein.
- Honeybush: Der Rooibos-Verwandte mit einem honigartigeren Geschmack.
Übrigens: In unserem Teeshop findet ihr eine feine Auswahl an entkoffeinierten Tees, die wir persönlich auf Geschmack und Qualität getestet haben. So könnt ihr auch abends noch euren Lieblingstee genießen – und trotzdem wunderbar schlafen.
Ein Darjeeling vom Feinsten
Wer Schwarztee liebt, aber auf Koffein gerne verzichten würde, findet hier eine koffeinfreie Variante eines hervorragenden Darjeeling:
Sidney’s Teewelt
Mein Blog „Sidney’s Teewelt“ widmet sich der faszinierenden Welt des Tees – eine Reise, die weit über das alltägliche Getränk hinausgeht. Hier teile ich meine Leidenschaft und Wissen rund um edle Teeblätter aus allen Ecken der Erde mit meinen Lesern.
Aber keine Angst: Nicht alles, eigentlich nichts, will hier aus dem Teegenuss eine Wissenschaft machen.
Vielmehr teile ich auf möglichst vergnügliche Weise Informationen, welche mir bei meiner Arbeit in die Hände gefallen sind…
Und nicht zu vergessen die Teerezepturen aus allen Herren Länder.
Türkischer Apfeltee
Manchen Erinnerungen jagt man ein ganzes Leben lang nach, in der Hoffnung die gemachte Erfahrung wiederholen zu können. Leider gelingt uns das eher selten. Im Fall des türkischen Apfeltees hat bei mir die Ausnahme die Regel bestätigt. Zum meinem großen Glück!